Universität Bonn  

 
Hausarbeit

Proseminar: Rousseaus Emil gehalten von Dr. Krone im Sommersemester 1997

Hausarbeitsthema: Die Rolle der Frau bei Rousseau - Konstruktion und Natürlichkeit

Geschrieben von: Günter Jörgenshaus
 


Die Rolle der Frau bei Rousseau - Konstruktion und Natürlichkeit:

Um dieses Hausarbeitsthema bearbeiten zu können, muss man zuerst folgende Fragen klären:

Wie sehen Rousseaus grundsätzliche Ideen aus? Welche Bedeutung haben die Begriffe Natürlichkeit und Konstruktion in seiner Ideenwelt? Welche Wertungen sind mit ihnen verbunden?

Die allen seinen später veröffentlichten Werken zu Grunde liegenden Ideen schrieb Rousseau in seinem Aufsatz "Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen" nieder. Diese Abhandlung hatte er für die Akademie von Dijon als Antwort auf die Frage nach eben diesem Ursprung verfasst. Um diese Problematik zu klären, versucht er, die Natur des Menschen zu ergründen und stützt sich dabei nur auf seinen Verstand. Anspruch auf historische Richtigkeit wird von ihm nicht erhoben. Er schaut sich die Menschheit an, wie er sie zu seiner Zeit vorfindet und versucht, sie dann von allen Eigenschaften, die ihr von der Gesellschaft auferlegt sind, zu befreien. Durch dieses Vorgehen schließt er auf die Natur des Menschen. Was er am Ende dieses Verfahrens erblickt, ist der "glückliche Wilde".

Diesen Wilden sieht Rousseau als einen durch die Wälder streifenden Einzelgänger. Da dieser den Verweichlichungen der Gesellschaft noch nicht ausgesetzt war, ist er den zeitgenössischen Menschen physisch überlegen. Er unterscheidet sich vom Tier weniger durch seinen Verstand, als durch seine Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und ist physisch von der Natur so gut ausgestattet, dass er alle seine Bedürfnisse befriedigen kann. Da nach Rousseau`scher Definition ein Lebewesen dann glücklich ist, wenn Fähigkeiten und Bedürfnisse sich die Waage halten, rechtfertigt dies die Bezeichnung "glücklicher Wilder". Rousseau hält den Menschen von Natur aus für gut. Da er ihn als einen herumziehenden Einzelgänger sieht, der kaum in Kontakt zu anderen Artgenossen tritt, glaubt er, dieser habe kaum die Möglichkeit Böses zu tun. Wenn er dann doch mal auf einen anderen Wilden treffen sollte, hindert ihn sein natürliches Mitleid daran, diesem Schaden zuzufügen. Dieses Mitleid hält Rousseau für das einzige Gefühl, dass den Menschen von der Natur aus mitgegeben wurde. Alle anderen Gefühle, wie zum Beispiel die Liebe, seien gesellschaftliche Konstrukte. Hervorzuheben ist noch, dass die Frau in diesem Urzustand dem Mann völlig gleichberechtigt ist. Im später folgenden Teil dieser Hausarbeit, der sich mit Rousseaus Bild der Frau direkter befasst, scheint Rousseau dieser natürlichen Gleichstellung, und damit sich selbst, zu widersprechen. [...]


Die ganze Hausarbeit mit Quellenangaben und Literaturverweisen gibt es hier:


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