Kirchenbuchauszug  

 

Geschichte der Famile Jörgenshaus und ihres Stammhofes:

Auf diesen Hof in Halver geht unser Name Jörgenshaus zurück. Man kann unseren Namen hier bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Geschichte des Hofes, der unserer Familie den Namen gab, reicht deutlich weiter zurück.

Der Jörgenshaushof war ursprünglich wahrscheinlich ein Lehen des Klosters Essen-Werden. Daher wird der Hof nach Ansicht von Alfred Jung (vgl. Quellenangaben) im Werdener Register Ia zum erstenmal erwähnt. Dies ist eine Ergänzung des ersten Werdener Registers (ca. 850 -900 n.Chr.) und geht auf das Jahr 900- 950 n.Chr. zurück. Somit ist der namensgebende Hof mindestens bis 950 n.Chr. zurück zu verfolgen. Als feste Ansiedlung wird der Hof auf eine Entstehungszeit zwischen 1050 und 1200 datiert. Die Entstehung des Dorfkernes von Halver und die Geschichte unseres Hofes könnt ihr auf dieser Karte nachvollziehen:

Lage des Jörgenshaus Hof in Halver

Alfred Jung verfolgt die Geschichte des Hofes sogar bis zur Zeitenwende zurück. Diese hypothetische Einschätzung geht davon aus, dass der Jörgenshaus-Hof eine Abspaltung (Abspilß) des Hofes im Riek ist, der zwischen 0 und 500 n. Chr. wiederum als Abspaltung des Hohehauser Hofs entstanden ist. Die Entstehung des Hohenhause Hofs geht ebenfalls auf die Zeitenwende zurück und man hält ihn für die erste Ansiedlung in Halver, die schon von dem germanischen Volk der Sugamber gegründet wurde (vgl. Quellenangaben).

Der Jörgenshaus Hof wurde von seiner Gründung bis zum Jahre 1527 zu einem der größten Güter im Dorf Halver. Dies schließt Pälmer aus Steuer- und Schuldlisten. (vgl. Quellenagaben). Wenige Jahre später wird unser Name dann in einer Urkunde zum erstenmal erwähnt. Die erste schriftliche Erwähnung lautet:

Erste urkundliche Erwähnung

Im Jahre 1595 musste Halver schwere Verwüstunden im spanischen Erbfolgekrieg hinnehmen. In Einer Urkunde wird dabei festgehalten, dass Wilhelm im Jorgen Huiß seinen Beitrag zur Verpflegung der einquartierten Truppe leisten musste. Mit diesem Krieg, der in Halver beinahe ohne Unterbrechung in den 30jährigen Krieg übergeht, beginnt der Niedergang des Hofes Jörgenshaus.

So wird der Hof in den Jahren 1559 (erste schriftliche Erwähnung!), 1645 und 1654 in Krichenakten als verschuldet geführt. Er wurde in den Kriegswirren zerstört und niedergebrannt. Nach seiner Neugründung kann er seine alte Größe und Bedeutung nicht wiedererlangen.

1732 wird der Hof komplett von Dr. Dornseiffen gekauft. Bis 1791 bleibt er als geschlossenes Gut erhalten, dann wird er aufgeteilt und die zu ihm gehörenden Grundstücke verkauft. 1782 entsteht als Nachfolgehof der Hof Jörgenshauser, der heute allerdings auch nicht mehr existiert.

Ab dem Jahre 1666 ist der Zweig unserer Familie, auf den alle heute lebenden Jörgenshaus zurückzuführen sind, in Essen-Werden nachweisbar (vgl. Stammbaum).

Dort liegt das Kloster, dessen Lehen der Jörgenshaus-Hof wahrscheinlich war. Wilhelm Jörgenshaus (*1642) heiratet 1666 in Essen-Werden. Somit fällt die Zeit der Geburt Wilhelms und das Ende des 30jährigen Krieges ziemlich genau zusammen. Auch die Zerstörung des Hofes fällt genau in diese Zeit, wie die Verschuldung in den Krichenakten belegt. Dies könnten zwei Gründe dafür gewesen sein, dass unser Familienzweig in dieser Zeit Halver verlassen hat.

Alle männlichen Vorfahren der Familie Jörgenshaus werden dann in der Folge in Essen-Werden getauft und heiraten dort (vgl. Stammbaum). Joan Heinrich Adolph Jörgenshaus (*1806 in Essen-Werden) wandert dann nach Hagen aus, wo er 1834 heiratet. Erst mein Urgroßvater hat Hagen verlassen und 1914 in Mönchengladbach geheiratet. Über Düseldorf, Köln und Mönchengladbach ist meine Familie dann in Schwalmtal gelandet.


Quellen:
Pälmer, Dietrich: Das alte Halver, Altena 1958
Jung, Alfred: Halver und Schalksmühle - Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, 1978
Außerdem zahlreiche Geburts- und Heiratsurkunden unserer Vorfahren.


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